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CANDIS - gezielte Therapie von Cannabisstörungen





Dauer:            2004-2007
Mitarbeiter:    Dr. Eva Hoch (Projektleitung), Dipl.-Psych. Jana Henker, Dipl.-Psych. Heike Rohrbacher, Dipl.-Psych. René Noack, Dipl.-Psych. Anja Pixa,
                         Dipl.-Stat. Dr. Michael Höfler, Prof. Dr. Gerhard Bühringer, Prof. Dr. Hans-Ulrich Wittchen
Förderung:    Bundesministerium für Bildung und Forschung (Projekt-Nr. 01EB0440)

Hintergrund

In den letzten 20 Jahren hat sich in der deutschen ambulanten Suchtkrankenhilfe die Zahl der Behandlungen aufgrund von primären Cannabisproblemen verzehnfacht. Für diese Klientel fehlten etablierte Therapieprogramme mit nachgewiesener Effektivität, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Probleme von Jugendlichen und Erwachsenen mit Cannabisstörungen zugeschnitten sind.


Methode

Im Rahmen der randomisiert-kontrollierten Interventionsstudie CANDIS wurde in den Jahren 2004 bis 2007 am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden ein Cannabisentwöhnungsprogramm entwickelt und an n=122 Probanden erprobt (Förderung: BMBF). Die Kurzzeittherapie (10 Sitzungen) basiert auf den Modulen der Motivationsförderung, der kognitiv-behavioralen Therapie sowie einem Problemlösetraining. Neben einer voll standardisierten Therapiebedingung (ST, n=51) wurde eine gezielte standardisierte Therapie (TST, n=39) entwickelt, die an das spezifische Problemprofil eines Patienten (Motivation, psychosoziale Probleme und Komorbidität) angepasst ist (Abbildung 1). Die Effektivität beider Therapiebedingungen wurde gegenüber einer Wartekontrollgruppe (WKG; 8 Wochen; n=32) verglichen. Die Stabilität der Behandlung wurde drei und sechs Monate nach Behandlungsende katamnestisch erfasst.

Desing der CANDIS-Studie
Abbildung 1. Desing der CANDIS-Studie


Ergebnisse

Die Teilnehmer der CANDIS-Studie waren überwiegend männlichen Geschlechts (79%), durchschnittlich 24 Jahre alt und aus allen Bevölkerungsschichten stammend. Neben Cannabisabhängigkeit (89%) lagen auch weitere psychische Störungen vor (Affektive Störungen (37%), Angststörungen (43%), Alkoholmissbrauch/-abhängigkeit (39%), Missbrauch/Abhängigkeit von anderen illegalen Drogen (39%)]. 80% aller Therapieteilnehmer (n=90) profitierten sehr gut von der Behandlung (50% abstinent, 30% deutliche Konsumreduktion). Die Haltequote lag bei 86%. Signifikante Verbesserungen wurden außerdem u.a. bei der Konsumhäufigkeit in den letzten 7 Tagen, der Schwere der Abhängigkeit, der Tage der Arbeitsunfähigkeit und der Psychopathologie festgestellt. Die Behandlungseffekte blieben in den Katamnesen drei und sechs Monate nach Ende der Therapie stabil.


Schlussfolgerung

Die Ergebnisse der Evaluationsstudie belegen, dass Cannabisstörungen wirkungsvoll mit der verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapie CANDIS behandelt werden können.





Erprobung des neuen Behandlungsprogramms an der TU Dresden
Abbildung 2: Erprobung des neuen Behandlungsprogramms an der TU Dresden